Ottilie von Goethe (1796-1872), geb. Pogwisch, siedelte mit ihrer Mutter und der jüngeren Schwester 1809 von Danzig nach Weimar um. Im Jahre 1817 heiratete sie August von Goethe. 1818 wurden die Söhne Walther von Goethe und 1820 Wolf von Goethe geboren.

Mit Eröffnung des ersten Badehauses 1818 zog es viele Kurgäste nach Frankenhausen. Die Nähe Frankenhausens an Weimar, das rasche Aufblühen der Kurstadt und die besondere Heilwirkung der Sole führten offensichtlich dazu, dass die Schwiegertochter J.W. Goethes 1820 zur Kur nach Frankenhausen reiste.

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Ottilie von Goethe (1796-1872)
Johann Joseph Schmeller um 1830
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Walther von Goethe
Portrait von Johann Joseph Schmeller 1830/ 1831

W. A. G. Manniske selbst beschrieb die Sole als sehr „heilsam für die Empfindsamkeit des Nervensystems". Ottilie von Goethe weilte ab Ende Juni bis Anfang August 1822 mit ihrem zweijährigem Sohn Wolf und ihrer Schwester Ulrike zur Kur in Frankenhausen. August besuchte sie für wenige Tage.

Mit dem Kuraufenthalt außerordentlich zufrieden, schickte sie 1830 ihren ältesten Sohn Walther, der damals zwölf Jahre alt war, ebenfalls nach Frankenhausen.

Walther von Goethe (1818-1885) Am 3. Juni 1830 reiste Walther von Goethe mit dem russischen Rittmeister und großherzoglichem Adjutanten Ludwig von Thompson und seiner Familie zur Kur nach Frankenhausen. Der Kuraufenthalt Walthers dauerte bis zum 20. Juli 1830. Walthers Tagebuchaufzeichnungen und zahlreiche Briefe an seine Mutter geben Auskunft über Frankenhäuser Familien, über Manniske und zahlreiche Orte, zu denen Walther wanderte.

„Beim Baden sei die erste Pflicht
dass man sich nicht den Kopf zerbricht
und dass man immer nur studiere
wie man ein lustiges Leben führe.“

Liebe Mutter

Ich sehne mich schrecklich nach Dir und freue mich sehr auf Deinen Besuch. Habe doch die Güte und laß mein Nähnadelbuch in Ordnung bringen und schicke es mir. Morgen wird mich Maniska untersuchen welches mir sehr unangenehm ist. Ich bade mit Herr von Tomson in einer Stube welches mir nicht angenehm ist. Bitte schicke mir ein Stückchen Tusche es liegt im Münzschrank auch bitte ein paar Pinsel. Gestern Abend stand ich auf den Gang und dachte an Dich da bekam ich solche Sehnsucht und ich kam mir so verlassen vor daß ich schrecklich zu weinen anfing Herr von Tompson kam dazu und tröstete mich. Nach und nach wurde ich auch ruhiger. Nächste Woche schicke ich einem Brief am Papa und Ummama. Grüße Wolf die Tante den Uppapa und Herrn Rothe herzlich von mir auch sage demselben daß mir Maniska verboten hatt zu arbeiten. Das Bad greift mich sehr an.

der 7te Juny. Dein Walther.

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Brief Walther von Goethes an seine Mutter, 1830
aus Goethes Familie in Frankenhausen von Leonhard Schrickel 1930