Franken

Völkerwanderung und frühes Mittelalter
(um 375 – 1024)

Vom Thüringer Reich zu den ottonischen Königen

Um 400 n. Chr. wurden in einer römischen Schrift erstmals „Thüringer“ genannt. Der als Toringi benannte Stammesverband besaß hinsichtlich seines Siedlungsgebietes große Übereinstimmungen zu den nun nicht mehr genannten Hermunduren. Im Jahre 531 besiegten und unterwarfen die Franken die Thüringer ihrer Herrschaft.

Seit dem 7. Jh. n. Chr. erfolgte eine verstärkte Einbindung Thüringens ins Frankenreich. Der fränkische Landesausbau wurde begleitet von der Errichtung von Burgen. Wahrscheinlich wurde in dieser Zeit auch der Berg oberhalb des Dorfes Sachsenburg an der Unstrut mit einer Befestigung versehen. Von der Sachsenburger Pforte kommend, führte eine Wegeverbindung über Frankenhausen und Steinthaleben um das Kyffhäusergebirge herum. In der Nähe beider Orte fanden sich Friedhöfe mit Grabbeigaben fränkischer Herkunft. Die Funde bei Steinthaleben stehen wohl eng im Zusammenhang mit der Sicherung des Passweges durch die Franken.

Kennzeichnend für fränkische Siedlungen sind Orte mit der Namensendung –hausen, wie Frankenhausen und Seehausen. Entscheidend für die dauerhafte Besiedlung des heutigen Stadtkerns von Frankenhausen waren die Solequellen unterhalb von Hausmannsturm und Oberkirche.

Im 9. Jh. kam das Kyffhäusergebiet unter den Einfluß der Könige und Kaiser aus dem sächsischen Geschlecht der Liudolfinger bzw. Ottonen. Um Frankenkenhausen besaßen sie wahrscheinlich die uneingeschränkte Verfügungsgewalt über die Solequellen. Daraufhin deutet die Übertragung von Salzpfannen bei Frankenhausen („apud Franconhus“) an das Kloster Memleben durch Kaiser Otto III. (983-1002). Die Urkunde vom 30. November 998 ist zugleich die erste gesicherte, schriftliche Erwähnung Frankenhausens als auch der Salzgewinnung.

Im Dorf Ritteburg an der Unstrut ist vermutlich der legendäre Ort Riade zu suchen, an dem ein militärisches Aufgebot unter König Heinrich I. (919-936) die nach Thüringen eingefallenen Ungarn in die Flucht schlug. Ein Ereignis, dass im gesamten Reich seinen Widerhall fand.

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Die Unterburg der beiden Sachsenburgen, auch „Hakenburg“ genannt.
Das Dorf Sachsenburg liegt an der Unstrut, die sich hier zwischen den Ausläufern von Hainleite und Schmücke durch die Talaue windet. Zur Kontrolle und zum Schutz der Straße im Tal legten wahrscheinlich bereits die Franken der Merowingerzeit eine Befestigungsanlage oberhalb des heutigen Dorfes an. Letztlich dienten die fränkischen Befestigungen der Sicherung der Eroberungen im Thüringischen.
Foto um 1930, © Sammlung Regionalmuseum Bad Frankenhausen