Geschichte

Auch der Knopf hat seine Geschichte

Alter und Herkunft des Knopfes sind zum großen Teil ungewiss. Unsere heutigen Vorstellungen von Kleidungsverschlüssen finden wir bereits im Jungpaläolithikum (Magdalénien, vor ca. 12.000 Jahren).

Für die meisten der nachfolgenden Kulturstufen ist das Vorkommen von Kleidungsverschlüssen nachweisbar. Neben knebelartigen Stücken aus Knochen oder Tierzähnen kommen ein- oder zweimal durchbohrte Rondelle vor.

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Hermann, Markgraf von Meißen
Stifterfigur im Naumburger Dom
Entstanden um 1250
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Dietrich III. von Brehna
Stifterfigur im Naumburger Dom
Entstanden um 1250
Knopf und Knopfloch sind erstmals an der Kleidung der mittelalterlichen Domplastiken zu sehen.

In einzelnen Kulturen, von der Bronzezeit abgesehen, lässt sich eine eindeutige Schließfunktion an der Kleidung noch nicht nachweisen. Am Ende des 12. Jahrhunderts wird der Knopf zu einer dauerhaften Erscheinung im abendländischen Raum.

Eine erste schriftliche Erwähnung in Deutschland findet sich in Wolfram von Eschenbachs Epos „Parzival“ (um 1200 - 1210). Nach und nach offenbart sich neben der Zierfunktion auch die Verschlussfunktion an der Kleidung.

Von den um 1250 entstandenen Naumburger Stifterfiguren weisen bereits zwei einen Knopfverschluss auf. Hier wird zum ersten Mal die unserem Kulturkreis zugeschriebene Erfindung des Knopfloches sichtbar.