Heimische Knopfmacher

In Roßla führte 1703 ein aus Frankreich eingewanderter Hugenotte das Handwerk ein. Der Zusammenschluss zu einer Innung vollzog sich zuerst 1720 in der kursächsischen Stadt Artern.

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Das Knopfmacherhandwerk am Ende des 17. Jahrhunderts
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Aus: Weigel Christoph,
Abbildung und Beschreibung der Gemein-Nützlichen Hauptstände Regensburg 1698

Die zum Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt gehörigen Städte Kelbra und Frankenhausen erhielten 1757 eine gemeinsame Innungsordnung. Die Kelbraer und Frankenhäuser Crepin- und Seidenknopfmacher beschränkten sich - im Unterschied zu anderen Zünften - nicht nur auf Stoffknöpfe.

Sie fertigten auch ein reichhaltiges Sortiment Metallknöpfe. Bereits ein angehender Meister hatte eine „saubere Garnitur massiv-goldener Knöpfe“ als Meisterstück abzuliefern.

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Artikel 2 der Schwarzburg-Rudolstädtischen Knopfmacherordnung vom 4.1.1757

„Wer in Fürstlich Schwarzburgischen Landen, in specie aber allhier zu Frankenhausen, wie auch Heringen und Kelbra und denen darzu gehörigen Dorfschaften, in unser Handwerk der Gold-, Silber-, Seiden-, Crepinknopf- und handarbeiter angenommen werden und das Handwerk treiben will, der soll vor allen Dingen in sothanen Landen, et respect: in einer Stadt der Unterherrschaft Bürger seyn und das Bürgerrecht gewonnen haben oder wenigstens sich auf dem Lande niedergelassen und die Unterthanen Pflicht abgelegt haben ..."

Mit der sinkenden Nachfrage nach Stoffknöpfen zu Beginn des 19. Jahrhunderts begann der langsame Niedergang der Knopfmacherinnungen.