Knopfmacherstube um 1925

Bis in das 20. Jahrhundert hinein war die Perlmutterknopfherstellung durch einen hohen Anteil an Heimarbeit gekennzeichnet. Meistens wurde die Wohnstube gleichzeitig als Arbeitsraum genutzt. Alle Arbeitsgänge erfolgten auf der Drehbank „auf Tritt“, deren Mechanismus einer Nähmaschine mit Fußantrieb entsprach.

Vom Perlmutterknopffabrikanten erhielt der Knopfmacher die Perlmutterschalen als Rohware, die er zu Hause zu Knopfrohlingen verarbeitete. Gelocht wurden die Knöpfe in der Fabrik.

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In den Arbeitsprozess war die gesamte Familie eingebunden. Während der Vater an der Knopfdrehbank arbeitete, nähte die Mutter die Knöpfe auf Karten.

Die zwölf- bis vierzehnjährigen Jungen und Mädchen arbeiteten vor und nach dem Schulunterricht, 6 -7 Stunden am Tag, als Löcherbohrer oder Sortiererin in der Knopffabrik. Ihre jüngeren Geschwister halfen zu Hause beim Aufnähen der Knöpfe.

Kaufkraft

Frauen und Kinder trugen durch das Aufnähen von Knöpfen zum Unterhalt der Familie bei. Um 1900 verdienten sie für das Aufnähen von 3 Gros (1 Gros = 144 Stück) Knöpfen 0,10 Reichsmark. Eine geübte Näherin schaffte 3-4 Gros in der Stunde.

  • Preis für 1 Ei = 0,06 RM
  • Preis für 0,5 kg Butter = 1 RM

Tagesablauf der 12-14jährigen Kinder einer Knopfmacherfamilie

07.00 - 08.00 Uhr Arbeit in der Knopffabrik
08.00 - 11.00 Uhr Schule
11.00 - 12.00 Uhr Arbeit in der Knopffabrik
12.00- 13.00 Uhr Mittagessen
13.00 - 15.00 Uhr Schule
15.00 - 19 00 Uhr Arbeit in der Knopffabrik

Im Sommer ging die Arbeitszeit teilweise bis 20.00 Uhr