Römer-Zeit

Römische Kaiserzeit
(ca. 27 v. Chr. - 375 n. Chr.)

Germanen und Römer in nachbarschaftlicher Beziehung

Die als Römische Kaiserzeit benannte Epoche nahm ihren Anfang mit der Verleihung des Titels „Augustus“ („der Erhabene“) an Octavian (63 v. Chr.-14. n. Chr.), den ersten Kaiser des römischen Reiches. Das Vordringen der Hunnen nach Europa um 375 kennzeichnet bereits den Übergang zur Epoche der Völkerwanderung.

Am Anfang einer Jahrhunderte währenden Nachbarschaft stand das offensive, militärische Vorgehen des Römischen Reiches gegenüber den germanischen Stämmen. Einen ihrer Höhepunkte fand diese Auseinandersetzung in der Schlacht im Teutoburger Wald im Jahre 9 n. Chr., in der die römische Militärmacht eine Niederlage erlitt.

Wenige Jahre nach diesem einschneidenden Ereignis ging die römische Politik von der Offensive zur defensiven Grenzverteidigung über. Dabei beeinflusste das wirtschaftlich wie kulturell höher entwickelte Römische Reich die Bevölkerung jenseits der Grenze im „Freien Germanien“. Vielfältige Importprodukte fanden ihren Weg in germanisches Siedlungsgebiet, auch nach Thüringen. Unter diesen Importen Schmuck und Trachtenteile aus Metall und rottonige Terra Sigillata. Dass Töpferwaren nach römischem Vorbild auch im germanischen Thüringen hergestellt werden konnten, zeigt das archäologisch untersuchte Töpfereizentrum Haarhausen bei Arnstadt.

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Grabung auf dem Gräberfeld aus der Römischen Kaiserzeit bei Ichstedt. Das Gräberfeld, das durch Lesefunde zu Beginn der 80er Jahre des 20. Jh. lokalisiert wurde, befindet sich nahe der „Thüringer Pforte“ bei Sachsenburg an der Unstrut, einem wichtigen Zugang zum thüringischen Kernland.
Foto: © Lutz Fensterer, Ringleben

Hervorragende archäologische Quellen bilden die kaiserzeitlichen Bestattungsplätze der Germanen. Zu ihnen gehören die Gräberfelder von Ichstedt bei Bad Frankenhausen und Voigtstedt bei Artern. Die dazugehörigen Siedlungen der germanischen Bevölkerung dürften sich im näheren Umfeld befunden haben. Insbesondere das Gräberfeld von Ichstedt befindet sich unweit der Thüringer Pforte bei Sachsenburg, einem günstigen Zugang zum thüringischen Kernland.

Von den germanischen Stämmen, die auf dem Gebiet des heutigen Thüringen siedelten, sind uns die Hermunduren namentlich bekannt. Sie gehörten zu den so genannten Elbgermanen, die bereits in der Regierungszeit Kaiser Augustus (Octavian) ihre Siedlungsgebiete bis ins Thüringer Becken vorzuschieben begannen.