Solquellen

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Johann Thölde (um 1565-1624) „Haliographia" 1612, Titelseite
In der "Haliographia", dem ersten Salzbuch Deutschlands, werden die Technik der Siedesalzgewinnung vor 400 Jahren, zahlreiche Salinen in Deutschland und deren typische Arbeitsweisen beschrieben.

Die besonderen geologischen Verhältnisse an der Südrandstörung des Kyffhäusers lassen seit Jahrtausenden Solequellen mit beträchtlichem Salzgehalt zutage treten. Frühgeschichtliches Fundmaterial belegt eindrucksvoll die Salzgewinnung in vorchristlicher Eisenzeit.

Die Mineralwässer haben auf ihrem Weg durch das Erdinnere infolge komplizierter geochemischer Prozesse eine Vielzahl von Stoffen aufgenommen. Dazu gehören vor allem Natrium-, Kalium-, Magnesium-, Chlorid-, Sulfat- und Hydrogenkarbonat-Ionen. Außerdem sind in unterschiedlicher Konzentration Spurenelemente wie Cäsium, Rubidium, Jod, Brom und gelöste Gase wie Kohlendioxid oder Schwefelwasserstoff und feine Schwebstoffe enthalten.

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Johann Thölde äußert sich außerdem zur Herstellung und pharmazeutischen Verwendung verschiedener Salze und Gemische.

Wie wichtig Salz für die Menschen im 16. Jh. war, belegen alte Salzordnungen, Beschreibungen und Arbeitsweisen in Salinen. Landgraf Wilhelm IV. von Hessen beauftragte 1567 den Salinendirektor Johannes Rhenanus aus Sooden-Allendorf u.a. damit, die Salinen in Frankenhausen, Auleben, Artern und Sulza zu inspizieren.

Der Frankenhäuser Ratskämmerer und Pfannherr Johann Thölde verfasste 1603 die „Haliographia", eine Übersicht über die ihm damals bekannten Salzwerke mit Beschreibung der Salzgewinnung. Für die Salzgewinnung und die spätere Heilanwendung waren drei Quellen in Frankenhausen von Bedeutung:

Elisabethquelle

Die Quelle schüttet unterschiedlich. Die Konzentration liegt zwischen 1 - 4,5%.

Schüttschachtquelle

Es handelt sich um einen 14m tiefen Schacht. Der Salzgenalt beträgt 11 %.

Bohrung 77

Der Salzgehalt liegt zwischen 9 - 28 %

Franckenhausen

Zu Franckenhausen inn Düringen / näher dem Harze gelegen / den Reichsgrafen von Schwarzburg zugehörig / fellet ein Salzquell unten aus einem Kalckgebirge / oberhalb der Stadt heraus / darinnen ein wenig Niter befunden wird / Und dieweil trefflich viel wild Wasser in unterschiedenen Schachten zufellet / ist oberhalb der Stadt fast einer Meilen / ein Stollen durch einen Berg geführet / darinnen ein Wasser durchgeleitet / welchs die Rade auss der Kunst/ zu ausziehung des wilden Wassers/ so wohl auch der guten Sole umbtreiben muss / welches alles mit Ketten / daran Schleuche / erhabt wird / Unnd ist diese Kunst / wegen der grossen quantitet des wilden Wassers / so dadurch muss aufgezogen werden / also angestalt / das dergleichen auff keinem Salzwerck in Deutschland mehr gefunden wird.

Es wird das wilde Wasser durch eilff unterschiedene Röhren / derer jede in der weite helt fünffthalben Zoll / welches wilde Wasser zu fünff / auch zu sechs Loten helt / neben der guten Sole zugleich auffgezogen / und wenn die gute Sole aus der…

 
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