Unstrut- und Wipperbote

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Titelseite des Unstrut- und Wipperbote,
Ausgabe 1929

Der „Unstrut- und Wipperbote“ wurde 1875 zum ersten Mal herausgegeben. Im Untertitel war es die „Zeitung für die Bewohner des Unstrut- und Wipperthales“ in und um Heldrungen. Die damalige Buchdruckerei „Schneider & Compagnie“ aus Sangerhausen hatte die Rechte an Verlag und Druck der Zeitung „Unstrut- und Wipperbote“.

Die Zeitung wurde dreimal wöchentlich, am Dienstag, Donnerstag und Samstag herausgegeben. Sie enthielt überregionale Nachrichten sowie einen regionalen Anzeigenteil. Am 1. April 1906 wurden Verlag und Buchdruckerei an den langjährigen Geschäftsführer bei „Schneider & Compagnie“, Herrn Otto Tänzel, in Heldrungen verkauft.

Schon um 1890 erschienen Beilagen zum „Unstrut- und Wipperboten“ mit regionalen und geschichtlichen Themen zu Heldrungen und Umgebung, dies baute Otto Tänzel bei der Übernahme des Verlages noch aus.

Die Druckerei wurde in Heldrungen zuerst in der Mühle in der Lange Straße betrieben, bis sie in die Kirchstraße umzog. 1923 übernahm die zweite Generation Tänzel die Druckerei. Botho Tänzel führte den Betrieb über die schwere Zeit der Weltwirtschaftskrise und den II. Weltkrieg. Der „Unstrut- und Wipperbote“ erschien bis 1942,  musste jedoch während des Krieges, wie so viele regionale Zeitungen, eingestellt werden.

1970 übernahm Wolfgang Tänzel den traditionellen Familienbetrieb. Die Druckerei Tänzel war als private Druckerei in Heldrungen und Umgebung eine Institution. Ein bekanntes Produkt von Wolfgang Tänzel ist der traditionelle „Zwiebelmarkt-Kalender“.
Seit 1970 bis in die Gegenwart werden jedes Jahr für die Zwiebelmärkte in Artern und in Weimar die Zwiebelmarkt-Kalender von Wolfgang Tänzel herausgegeben. Diese Kalender erfreuen sich seit 45 Jahren großer Beliebtheit. Der Betrieb der Druckerei Tänzel wurde 2014 eingestellt aber die Tradition der Zwiebelmarkt-Kalender wird noch vom Senior Wolfgang Tänzel aufrecht erhalten.

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Druckerei Tänzel, Heldrungen