Europäische Schutzgebiete in der Kyffhäuserregion

Saal
Vortrag
Vortrag
Datum: Dienstag, 19. September 2017 19:30 - 21:30

Veranstaltungsort: Festsaal

Die Kyffhäuserregion besitzt eine große landschaftliche Vielfalt mit ausgesprochen zahlreichen seltenen und gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. Besonders bemerkenswert sind dabei die Steppen- und Trockenrasengebiete mit einem Artenreichtum, der seinesgleichen sucht. Die Steppenlebensräume des Kyffhäusers faszinieren seit dem Mittelalter Botaniker und Zoologen, aber auch Geologen.

Eigentlich verbindet man den Begriff „Steppe“ nicht mit unserer Region. Tatsächlich jedoch sind diese Lebensräume Teil eines großen geschlossenen Schwarzerdegürtels, der von Rumänien über die Ukraine, Russland und Kasachstan bis zum Altai reicht und der mit einem relativ trockenen Klima verbunden ist. Dadurch verlangsamt sich der Humusabbau. An Hängen und auf kleinen Flächen mit intensiver Sonneneinstrahlung bildeten sich extreme Standorte heraus. Die Entstehung der Steppenrasen reicht in die Zeit zurück, als hier noch Mammut und Wollnashorn heimisch waren. Spätere Beweidung begünstigten die Standorte. Heute finden wir diese Lebensräume auf den Zechstein-Gipslandschaften und Muschelkalk-Höhenzügen.

Der Vortrag informiert über die in der Kyffhäuserregion vorkommenden Steppenrasen, ihre Lage und Entstehung, ihre Tier- und Pflanzenwelt, über zahlreiche Nahrungsketten und kuriose Anpassungen bei Tier- und Pflanzenarten, über bedrohte Arten und über Schutzmaßnahmen. Die Steppen-Trockenrasen als Naturreichtum zu erhalten ist seit Jahrzehnten eine wichtige und umfassende Aufgabe, zu der sich der Freistaat Thüringen mit einer Reihe von Förderprogrammen bekannt hat. Die deutschland- und europaweitweite Bedeutung der Steppenrasen und ihr Seltenheitswert als Biotop waren die Voraussetzung für eine Förderung als EU-LIFE - Projekt.

 

 

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  • Dienstag, 19. September 2017 19:30 - 21:30

 

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