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Reformation (2)

Herzog Georg - unnachgiebig und streng gegenüber allen

Herzog Georg ist jedoch nicht nur Kämpfer, das ist er eigentlich weniger, er ist viel mehr Staatsmann und greift immer auf das Schriftliche zurück. Er lässt eine Menge publizieren. Georg ist es auch, der im Reich beim Kaiser dafür plädiert, dass auch das Katholische reformiert werden muss, damit es erhalten bleiben kann. Er macht das in seinem eigenen Land vor.

Herzog Georg greift auch Vorort durch. Man ist - durchaus mit Recht - geneigt zu sagen: die Bauern sind erschlagen wurden. Ja, einige tausend Bauern sind grauenvoll ums Leben gekommen. Dagegen musste kaum ein Adliger - bis auf einen einzigen - mit seinem Leben bezahlen. Aber Herzog Georg macht keinen Halt vor einem Adligen, nicht mal vor seinem Bruder oder seiner Frau. Er ist streng gegenüber allen. Das erstreckt sich bis zum regionalen Adel, wie z.B. Hans von Werthern auf Schloss Wiehe, der für die Schäden seiner Untertanen im Bauernkrieg selber aufkommen muss.

Ihm wird unmissverständlich vermittelt: ›du hast Leute nach Frankenhausen ziehen lassen, die haben für Müntzer gekämpft, das ist lutherisch, du bezahlst dafür. Du hättest diese Aufrührer nie wegziehen lassen dürfen.‹

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Hans von Werthern

Bild: gemeinfrei

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Schloss Wiehe

Foto: wikipedia, Michael Sander CC-BY-SA 3.0

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Kloster Donndorf

Bild: Sammlung Regionalmuseum

Georg setzt darüber hinaus auch Akzente. Schon vor 1500 beginnt er Klöster zu reformieren. Und 1538 hat er den Kanal voll und konstatiert: Jetzt ist Schluss, alle Reformation der Klöster hat nicht ausgereicht. Die Nonnen und Mönche tun was sie wollen, entweder im guten Sinne, oder auch im schlechten, sie lassen sich gehen... Die Konsequenzen daraus führen dazu, dass er 1538 den Klöstern die eigene Verwaltung auf seinem Territorium entzieht. Das betrifft z.B. auch Kloster Donndorf.

Die Klostervorsteher können somit nicht mehr eigenmächtig vorgehen, sondern alles wird in Dresden vorgegeben. Derart dürfte Herzog Georg eigentlich gar nicht vorgehen. Die Klöster stehen zwar unter seinem Schutz und befinden sich in seinem Land bzw. Herzogtum, aber die meisten Klöster sind direkt dem Reich unterstellt. Das kümmert Herzog Georg jedoch wenig. Wer in seinem Kloster nicht nach seinem Maßstäben (vorbildhaft) lebt, der kommt unter staatliche Kontrolle. Auch im katholischen Herzogtum Sachsen wird staatliche Kontrolle groß geschrieben.

Folgen des Bauernkrieges für unsere Region

Für die Schwarzburger sind die Folgen nach dem Bauernkrieg hart. Herzog Georg entzieht ihnen 1525 die Stadt Frankenhausen. In der Verwaltung und in Regionalem. Die Schwarzburger hatten Frankenhausen auserkoren. Nach Arnstadt sie war das »Kleinod im Schwarzburgischen Besitz«, wie es bezeichnet wird. Die zweitgrößte und reichste Stadt. Es wurde sogar eine Münze errichtet. Man erkennt das Gebäude heute noch, das alte Krankenhaus in der Münzgasse. Und man hat sogar einen Taler prägen lassen.

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Ehemalige Münze

(später Krankenhaus), um 1900

Bild: Sammlung Regionalmuseum

Doch das alles wird auf einmal eingestellt, endet abrupt mit dem Bauernkrieg. Herzog Georg sorgt weiterhin dafür, dass die Schwarzburger keine Münze mehr errichten werden. Denn er ist auch darin Staatsmann. Georg wird außerdem eine Münzreform im Herzogtum durchführen, der er auch alle Adligen unterwerfen wird.

Zugleich kontrolliert er obendrein die Grafen von Schwarzburg. Er wirft ihnen vor, dass sie im Bauernkrieg den Bauern die 14 Artikel unterschrieben haben und Graf Heinrich hätte von Sondershausen sogar Geschütz geschickt. Die Schwarzburger wehren sich natürlich mit Händen und Füßen dagegen, aber die Kontrolle durch Georg bleibt bestehen.

1532 wird zwischen den Brüdern, Graf Günther XL. dem Reichen und Graf Heinrich XXXIV. von Schwarzburg-Frankenhausen aufgeteilt. Der jüngere darf immer wählen. Heinrich wählt Frankenhausen, Günther bekommt Sondershausen.

Amtlich vollzogen wird das Geschehen in Dresden im Schloss 1532 unter Aufsicht von Herzog Georg und seinen Räten. Es wird genau kontrolliert, was geteilt wird. Außerdem wird die Auflage zur Durchsetzung und Erhaltung des katholischen Glaubens erteilt. Ansonsten wird Frankenhausen wieder eingezogen. Man ist also immer unter der Fuchtel von Herzog Georg.

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Betteltaler

Die Abbildung zeigt die Reversseite eines im Auftrag von Heinrich XXXI. von Schwarzburg-Blankenburg in der schwarzburgischen Münzstätte Frankenhausen 1525 geprägten Talers.
Darstellung: Das schwarzburgische Löwenwappen mit gekröntem Helm und gekröntem halben Löwen mit Pfauenfedern. Das Wappen wird von zwei Schildhaltern (Wilder Mann und Wilde Frau) mit Fahnen in den Händen gehalten. Zwischen den Fahnentüchern die geteilte Jahreszahl 1525. Das Foto zeigt eine Nachprägung der »Fachgruppe Numismatik Bad Frankenhausen« 1981.

Bild: Sammlung Regionalmuseum

1534 in Frankenhausen wird die Propstei und Voigtei in der Klosterstraße neu errichtet. Hier wohnt auch Graf Heinrich XXXIV. als das Schloss gebaut wird und erst 1537 fertiggestellt ist, samt Kapelle. Im Sturz des Portals zu sehen: der Schwarzburger Löwe, wie an der Cruciskirche in Sondershausen. Das schöne Eingangsportal, das leider in den 1990ern sandgestrahlt wurde. Deswegen ist heute der Detailreichtum von einst nicht mehr erhalten. Aber das Kloster in Frankenhausen wird wieder hergestellt. Alles wird für den katholischen Glauben getan.

Nun kommt aber ein Problem dazu. Der gute Heinrich hat sich beim Unterzeichnen und Verhandeln des Vertrages in Dresden in ein Hoffräulein verliebt, jenes des Herzog Georgs, die Margarethe von Schönberg. Das ist ansich ja nicht besonders schlimm, wenn man Liebesheiraten damals hätte machen dürfen, aber die Frau ist unter Stand. Doch Herzog Georg sieht damit eine Möglichkeit, Heinrich an sich zu binden. Günther aus Sondershausen ist darüber jedoch nicht amüsiert.

Aber Margarethe macht nun eins: ihre Familie ist innerlich geteilt. Die einen tendieren zu Luther, die anderen bleiben katholisch. Und ausgerechnet Margarethe kommt in Frankenhausen - weit weg von Dresden - auf den Gedanken, man könnte es doch mal wieder mit einem Priester versuchen, einen Pfarrer im sinne Martin Luthers.

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Reiterbild Herzog Georgs

am Dresdener Georgenbau

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Portal der ehemaligen Probstei

in der Frankenhäuser Klosterstraße, um 1910

Bild: Sammlung Regionalmuseum

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Schwarzburger Wappen

im Sturz des Portals

Bild: Sammlung Regionalmuseum

1536 entdeckt der Schöffe von Sangerhausen dieses Techtelmechtel. Man muss sich das vielleicht auch so vorstellen: Überwachungsstaat gab es wohl auch damals schon. Der Schöffe von Sangerhausen war dafür zuständig, die Stadt Frankenhausen zu überwachen. Der hatte also seine Spitzel sitzen und irgendwann kam ihm zu Ohren: Die Gräfin tut Böses! - im Sinne Herzog Georgs.

Hier die Probstei in der Frankenhäuser Klosterstraße, eine der Säulensteine, wie wir ihn auch im Schloss vorfinden, mit Medaillonbildnissen der Grafen von Schwarzburg.

Margarethe hat darüber hinaus das Problem, 1537 stirbt die schützende Hand, ihr Mann Heinrich. Wie weit dieser nun zu Luther tendiert ist, wissen wir nicht genau. Aber jetzt schlägt ihr Schwager in Sondershausen zu. Er macht folgendes. Er muss ihr all das zugestehen, was im Ehevertrag steht. Das passt auf einen Fuhrwagen, so groß etwa wie ein damaliger Salzwagen. Man spannt auch standesgemäß sechs Pferde davor. Es wird alles auf den Wagen gepackt. Sodann fährt er die Frau auf den Markt nach Leipzig. Kaum dort angekommen spannt er die Pferde aus und lässt sie mit dem Wagen stehen. Sowas fällt natürlich auf. In Leipzig ist Messe. Das spricht sich rum bis zu Herzog Georg nach Dresden.

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Säule mit Medaillonbildnis

Graf Heinrich XXXIV. von Schwarzburg

Bild: Sammlung Regionalmuseum

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Wappen- und Inschriftensteine

»Schwarzburg / Schönberg« 1537 von Schloss Frankenhausen

Bild: Sammlung Regionalmuseum

Besser kann man seinem Landesherren bzw. Oberlehensherren nicht deutlich machen, dass man zu ihm und gegen die Lutherische Lehre steht. Aber Margarethe hat eine mächtige Verwandtschaft. Den Schönbergern gehören in Sachsen an die 70 Schlösser. Es ist eines der mächtigsten Adelsgeschlechter. Einer aus ihrer Familie, Anton von Schönberg, war zunächst unter Herzog Georg - heute würde man sagen: Ministerpräsident - der erste Mann nach dem Herzog. Bis der Herzog festgestellt hat, dass Anton zu Luther tendierte.

So ging Georg schließlich vor, wie er es immer in derartigen Situationen zu tun pflegte. Er hat Anton zu sich heranzitiert: ›Du bekommst 14 Tage Zeit, bis dahin darfst du dein Hab und Gut verkaufen, nach den 14 Tagen hast du die Landesgrenze überschritten. Bist du nach 14 Tagen immer noch hier, findest du dich im Kerker wieder. Dein Hab und Gut ziehe ich ein.‹ Diese Methode hat unter Herzog Georg System, derart wird oft gehandhabt.

Anton flieht, er bleibt aber im Sächsischen. Er flieht nach Freiberg, was eigentlich zum Herzogtum Sachsen gehört, aber hier residiert mittlerweile der Bruder von Herzog Georg, Herzog Heinrich der Fromme genannt.

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Dom zu Freiberg

Bild: gemeinfrei

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Kanzel im Freiberger Dom

Der stellt ihn unter seinen Schutz. So kommt es dazu, dass in Freiberg das erste Mal unter dem Schutz von Heinrich dem Frommen von den Kanzeln im Freiberger Dom, auch lutherisch gepredigt wurde. Das setzt Anton durch. Dies wiederum ärgert den Herzog in Dresden. Er versucht deshalb seiner habhaft zu werden.

Das gelingt ihm aber nicht so ohne weiteres. Es gibt bei den Schönbergern Kardinäle, die in Rom Karriere machen, wie Nikolaus von Schönberg. Und andererseits gibt es Anton von Schönberg - leider kein Bildnis, dafür das Wappenbild - als Anhänger Martin Luthers. Der Adel ist gewissermaßen in sich gespalten. So gespalten sind auch manche Frankenhäuser Familien.

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Wappen des Anton von Schönberg

Damit man die Kontrolle über die Stadt und die Region hat, setzt man hierbei auf den katholischen Adel der Region. In einem Brief aus der Zeit des Bauerkrieges 1525, bei uns im Stadtarchiv einsehbar, gibt es ein Schreiben über einen Apel von Ebeleben, der für Nordthüringen und auch für Frankenhausen als Statthalter nach dem Bauernkrieg eingesetzt wird. Ein erzkatholischer Adliger, welcher das Regiment von Herzog Georg Vorort umsetzt. Die Schwarzburger haben somit eins vor die Nase bekommen, von jemandem, der wesentlich tiefer steht wie sie. Ein Ritter, der aber dafür sorgt, dass der katholische Glaube Vorort durchgesetzt wird.

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Erwähnung Apel von Ebeleben

Auszug aus den Akten zum Bauernkrieg 1525

Stadtarchiv Bad Frankenhausen

Es gibt in der Region darüber hinaus auch Adlige, die weiterhin katholisch bleiben, dazu gehört Graf Ernst II. von Mansfeld auf Heldrungen und Artern. Hier sein Grabdenkmal in der Andreaskirche in Eisleben. Er wird bis 1533 leben, manche glauben auch zum Jahreswechsel 1532 gestorben, ganz sicher sind die Daten nicht.

Ernst II. wird den katholischen Glauben aber auch bei seinen Kindern predigen. Herzog Georg allerdings hat ein Problem. Er ist mittlerweile im hohen Alter, und er hat nur noch einen einzigen Sohn, Friedrich (1504 – 1539). Dieser hat obendrein noch eine »Klatsche«, im wahrsten Sinne des Wortes. Eigentlich müsste er unter ärztlicher Kontrolle bleiben. Trotz allem sucht man für ihn eine Frau. Er bekommt jedoch keine Habsburgerin. Mittlerweile gibt es zu viele Lutheranerinnen, die kann er nicht gebrauchen. Da fällt ihm ein, er hatte doch einen treuen Kumpanen im Bauernkrieg, Ernst von Mansfeld, auf Heldrungen. Dieser hat doch glatt noch eine katholische Tochter zu bieten.

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Grabdenkmal Ernst II. von Mansfeld

in der Andreaskirche zu Eisleben

So wird Elisabeth kurzum nach Dresden transportiert und muss den schwachsinnigen Sohn, Friedrich, im Januar 1539 heiraten. Damit hofft man, dass das Ehegelage etwas hergibt, tut es hingegen nicht. Obendrein stirbt der Sohnemann nach drei Monaten auch noch. Somit hat Herzog Georg ein noch größeres Problem. Er lässt die Frau befühlen, mit dem Befund: leider nicht Schwanger. So ist es mit Elisabeth leider nichts geworden. Daher setzt er ein Testament auf. Normalerweise würde sein Besitz an seinen Bruder fallen. Der ist aber mittlerweile Lutheraner in Freiberg, einschließlich dessen Söhne. Also vererbt er das Herzogtum Sachsen samt Dresden an die Habsburger nach Wien und Prag. Als er stirbt hält man seinen Tod geheim und das Testament zurück. Aus dem ganz einfachen Grund: die Sachsen wollen schließlich nicht unter die Habsburgische Fuchtel. Sie wollen nicht von den Böhmen aus Prag regiert werden.

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Standbild Herzog Georgs

in der Albrechtsburg Meißen

Heinrich schickt Visitatoren hinaus ins Land

Hierbei wirken die Hussitenkriege nach - zum Glück. Ganz schnell macht sich Heinrich der Fromme von Freiberg nach Dresden auf den Weg. Hier zu sehen sein Denkmal in Marienberg, die Bergstadt in Sachsen, die er selber gegründet hat. Er greift nach dem Vorbild der Kurfürsten von Sachsen zu den Kirchenvisitationen zurück und bringt nach deren Ideal eine eigene Kirchenordnung zu Papier.

Nun geht es auf einmal im Herzogtum rund, es ändert sich alles. Plötzlich möchte man die Reformation im Herzogtum Sachsen noch schneller durchsetzen, als es die Kurfürsten in ihrem Gebiet von Wittenberg aus fertiggebracht haben. Vorort ist Heinrich nebenbei Schutzvoigt einiger Klöster wie z. B. in Oldisleben. Er schickt sodann seine Visitatoren hinaus ins Land. Diese nehmen das Kloster, wie hier Oldisleben, richtig auseinander. Sie wollen wissen, wie viele Mönche hier überhaupt wohnen, wie reich diese sind, wieviel Besitz haben sie privat, wieviel davon ist Kirchenbesitz. usw.

Dabei wird u.a. festgestellt, dass der Besitz Vorort wesentlich größer ausfällt und dass dieser auf schwarzburgisches Gebiet übergreift. Diejenigen, die das durchsetzen müssen, gehören auch der Region an, dem katholischen Adel. Einer davon ist Christoph von Ebeleben († 1547), zeit seines Lebens katholisch. Er wird diese Klostervisitation führen.

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Herzog Heinrich der Fromme

Bronzeplastik Stadt Marienberg, Erzgeb.

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»Kirchenordnung zum anfang«

Herzogtum Sachsen 1539,

Uni-Bibliothek Leipzig

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Heinrich der Fromme

Lucas Cranach der Ältere (Werkstatt; Staatliche Museen Kassel)

Bild: gemeinfrei

Er führt auch die Rechnungsprüfung weiterer Klöster in Thüringen durch. Dieser Christoph von Ebeleben findet ebenso heraus, dass die Schwarzburger mit Seehausen und Udersleben obendrein abhängig vom Kloster Oldisleben sind. Denn hier hat Oldisleben u.a. das Patronatsrecht, die Albertiner dagegen die Oberlehenshoheit.

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Kloster Oldisleben

Bild: Sammlung Regionalmuseum

Christoph möchte nun, dass der Herr von Schwarzburg ihm die Dorftore öffnet und man ihm Zutritt gewährt. Das jedoch verweigert Graf Günther von Schwarzburg vehement. Er lässt niemanden nach Seehausen, weder in die Dreifaltigkeitskirche - hier mit Orgel zu sehen - noch nach Udersleben.

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»Historische Beschreibung des alten Benediktiner-Klosters zu Oldisleben an der Unstrut …«

Naumburg, 1730

Sammlung Regionalmuseum

Günther beschwichtigte, er kümmere sich selbst um diese Angelegenheit. Er zögert dies jedoch immer wieder hinaus. Zugleich ist er aber auch Nutznießer dieser Visitationen, denn er hat die Hand auf der Klosterkapelle, bei Günserode/Seega. Das verlehnt er bzw. verpachtet es ganz schnell an die Herren von Vippach, - Schlossvippach vielleicht eher ein Begriff. Natürlich zieht er daraus seinen Nutzen. Hier der Grabstein eines Abtes, den man bei uns unten im Schloss in der Gewölbewand vorfindet.

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Dreifaltigkeitskirche

in Seehausen

Bild: Sammlung Regionalmuseum

Aber Heinrich der Fromme lebt nicht lange. 1541 stirbt er und wird von seinem jungen energischen Sohn, Herzog Moritz von Sachsen beerbt. Moritz greift - genau wie sein Vater - auf Teile der katholischen Räte seines Onkels Herzog Georgs zurück. Man möchte die Reformation im Herzogtum Sachsen unter Zuhilfenahme von Katholiken durchsetzen. Das klappt teilweise recht gut - am Ende sogar sehr gut. Die Katholischen sind zu hundert Prozent von ihm abhängig. Wenn sie sich nicht fügen, jagt man sie aus dem Land, sprich: 14 Tage Zeit - wie oben beschrieben…

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links: Grabstein des Priors Heinrich
aus dem Kloster Capelle, 1333

rechts: Wappen der Herren von Vippach

Die Räte handeln demnach genauso, wie er befiehlt. Das hält sein Schwiegervater fest, Landgraf Philip I. von Hessen, den wir im Bauernkrieg schon kennengelernt haben. Außer Moritz wüsste er niemanden in Dresden, dem die Religion am Herzen läge... Um ihn herum sind nur Katholiken. Diese beschwören Moritz, bloß nichts zu tun, was dem Herzogtum schaden kann. Sie setzen sogar durch, dass in der Region darauf gedrungen wird, dass sich die Grafen von Schwarzburg endlich bekennen, ob sie nun Katholisch oder gar Lutheraner sind. Sie bekommen 1542 eine schriftliche Aufforderung. Ihnen wird außerdem auferlegt, dass sie das Kloster in Frankenhausen kontrollieren müssen und endlich den Nonnen sagen, dass sie ihren katholischen Habit ablegen.

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Moritz von Sachsen

Gemälde, Stadtmuseum Meißen

Kloster

Kloster Frankenhausen

ehemaliges Refektorium, 1896

Bild: Sammlung Regionalmuseum

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Ehemalige alte Oberstadt

mit (Ober-)Kirche »Unserer Lieben Frauen am Berge«, Bad Frankenhausen

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