Burgen und Wehranlagen
Die Burg mit ihren steinernen Mauern, Zinnen und Türmen gilt als Inbegriff von Herrschaftsausübung, Wehrhaftigkeit und Wohnkultur im Hochmittelalter. Zunächst stand das Recht, Burgen zu errichten, allein dem König zu. Der Burgenbau unter den salischen und staufischen Königen und Kaisern diente der Sicherung des recht beträchtlichen Reichsgutes im Kyffhäuserumland.
Im 12. und 13. Jahrhundert ging das Befestigungsrecht an Landesfürsten und mächtige Territorialherren über. Die von ihnen errichteten Burgen sicherten den Aufbau eigener Herrschaftsgebiete.
Nicht selten erfolgte dies zu Lasten des einst umfangreichen Reichsgutes. Sowohl im Kyffhäusergebirge als auch auf den Höhen von Hain- und Windleite finden sich die mehr oder minder gut erhaltenen baulichen Reste einst bedeutsamer Reichs-, Grafen- und Adelsburgen.
Obere Sachsenburg
Sammlung Regionalmuseum
Reste der Falkenburg
über der Barabarossahöhle
Bild: Sammlung Regionalmuseum
Mehrheitlich handelt es sich bei den auf uns überkommenen Burgen um Höhenburgen. Wir finden sie - wie die Reichsburg Kyffhausen, die Rothenburg, die Arnsburg, die Falkenburg und die Sachsenburgen - auf einem günstig gelegenen Plateau, einem Felsvorsprung oder der Höhe eines Berges. Weit weniger Spuren haben sich von den Niederungsburgen erhalten. Sie wurden in den folgenden Jahrhunderten vielfach überformt. So erhebt sich auf den Resten eines mittelalterlichen Vorgängerbaues heute Schloss Frankenhausen.
Oftmals erscheinen die Namen der Burgen in der Region im Zusammenhang militärischer Auseinandersetzungen zwischen den Königen aus dem Hause der Salier, Staufer und Welfen und den mächtigen Territorialgewalten des Reiches. Im Brennpunkt des Geschehens oftmals - die in ihrer Dominanz unvergleichliche - Burg Kyffhausen.
Ihre wohl höchste Vollendung in Bau und Funktion fand die mittelalterliche Burg in der Zeit der Staufer im 12. und 13. Jahrhundert. Als Wehranlagen verloren die Burgen in den nachfolgenden Jahrhunderten rasch an Bedeutung. Einige von ihnen wie Rothenburg und Sachsenburgen wahrten allerdings über das Mittelalter hinaus ihre Funktion als Verwaltungs- und Wohnsitz.
Die Arnsburg bei Seega
wahrscheinlich zunächst eine kleinere Reichsburg, gelangte schließlich in den Besitz der Landgrafen von Thüringen. Im Jahre 1293 belehnte der Landgraf die Grafen von Honstein mit der Burg. Durch Erbteilung 1356 gelangte sie an die Grafen von Schwarzburg. Diese nutzten die Burg als Amtssitz für die Dörfer Seega und Günserode im Wipperdurchbruchstal. Die Burgruinen entwickelten sich seit dem 19. Jahrhundert zu einem allseits beliebten Ausflugsziel.
Foto: Ansicht 2011
Sammlung Regionalmuseum Bad Frankenhausen
Eingang zur Unterburg
Burg Kyffhausen
Bild: Sammlung Regionalmuseum
Die Salier, Nachfolger der Ottonen - nicht zu verwechseln mit den Salfranken des 3./4. Jahrhunderts, die als Erste den Namen Salier führten – waren ein ostfränkisches Adelsgeschlecht im römisch-deutschen Reich des 10. bis 12. Jahrhunderts. Ihr Stammgebiet war Speyergau, Wormsgau und Nahegau.