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Adel

Von der Königs- zur Adelsherrschaft

Kriegerische Auseinandersetzungen untergruben unter den salischen Kaisern Heinrich IV. (reg. 1056-1106) und Heinrich V. (reg. 1106-1125) die einst machtvolle Stellung der Reichsgewalt im Kyffhäusergebiet. Gegen die Stärkung der Königsmacht, die ihren Ausdruck in einem umfangreichen Burgenbau fand, setzten sich die sächsischen Fürsten schließlich erfolgreich zur Wehr. In diesem Zusammenhang fanden die königlichen Burgen Kyffhausen und Arnsburg bei Seega zu Beginn des 12. Jahrhundert ihre erste Erwähnung.

In der Herrschaftszeit der Staufer, besonders unter Friedrich I. »Barbarossa« (reg. 1152-1190), erlebte das deutsche Mittelalter einen glanzvollen Höhepunkt. Zum Schutz des noch vorhandenen Reichsgutes wurde die Reichsburg Kyffhausen im 12. Jh. bedeutend ausgebaut. Doch die Kämpfe zwischen Welfen und Staufern führten bereits um 1200 zu einer vermehrten Entfremdung von Reichsgut.

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Falkenburg um 1900

Gleich der Arnsburg war die Falkenburg unweit der Barbarossahöhle im 12. Jahrhundert wahrscheinlich eine Schutzburg im Besitz des Reiches. Im Jahre 1349 wurde erstmals ein Geschlecht genannt, das sich nach der Burg benannte. Zu den einst mächtigen Grafen von Beichlingen-Rothenburg stand dieses in einem Lehnsverhältnis. Im 14. Jh. war die Burg zu einem »Raubritternest« verkommen. Der Wegelagerei bereitete ein Bündnis unter Führung Landgraf Wilhelm III. von Thüringen (1425-1482) um 1458 ein Ende. Danach verfiel die Burg langsam zu einer Ruine.

Foto: Sammlung Regionalmuseum Bad Frankenhausen

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Das Siegel der Beichlinger

Sammlung Regionalmuseum Bad Frankenhausen

Das bis zur Mitte des 14. Jh. zunächst mächtigste Adelsgeschlecht waren die Grafen von Beichlingen-Rothenburg, in deren Territorialherrschaft auch Frankenhausen eingebunden wurde. Neben ihnen erwarben die Grafen von Honstein und die Herren von Heldrungen beträchtlichen Besitz. Die Lehnshoheit über die zahlreichen Adelsherrschaften vermochten die Landgrafen von Thüringen zu gewinnen. Bis zu deren Erlöschen 1247 kamen diese aus dem Geschlecht der Ludowinger. Ihre Nachfolge traten die Wettiner, zugleich Markgrafen von Meißen, an.

Zum mächtigsten Adelsgeschlecht zwischen Kyffhäuser und Hainleite entwickelten sich im Verlaufe des 14. Jh. die Grafen von Schwarzburg. Der Name des Geschlechts verband sich mit einer ihrer Stammburgen, der Schwarzburg im Thüringer Wald. Hier im mittelthüringischen Raum formten die Schwarzburger bis zum 14. Jh. einen ersten größeren Territorialbesitz. Mit dem Erwerb von Schlotheim, Greußen und Frankenhausen ab 1338/1339 legten sie den Grundstein für die dauerhafte Ausbildung eines zweiten Herrschaftsgebietes in Nordthüringen. In unmittelbarer Nachbarschaft zu den Schwarzburgern gewannen im Verlauf des 15. Jh. die Grafen von Mansfeld an Einfluß. Im Jahre 1449 erwarben sie Artern und 1479 die Herrschaft Heldrungen.

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Grabstein von Graf Günther XXI.

von Schwarzburg-Blankenburg in Frankfurt a. M.
Graf Günther (1304-1349) gelangte als Gegenkandidat des späteren Kaisers, Karl IV. (1316-1378), von Januar bis Mai 1349 auf den deutschen Königsthron.

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