Das Chausseehaus

In der Regierungszeit Fürst Friedrich Günthers (reg. 1814-1867) wurden zahlreiche Straßen (Chausseen) in der schwarzburg-rudolstädtischen Unterherrschaft Frankenhausen vollkommen erneuert. An den Straßenkreuzungen in Frankenhausen wurden daraufhin so genannte Chausseehäuser errichtet, an denen die Benutzer der Straßen an den Chausseehauswärter eine Gebühr (heute Maut) zu entrichten hatten. Von den zwei noch vorhandenen Gebäuden hat das Chausseehaus an der Kreuzung südöstlich des Schlossplatzes seine ursprüngliche Gestalt bewahren können. Planung und Umsetzung lagen in den Händen von Baurat Louis Junot (Stiefenkel von Friedrich Schiller). Seiner Bestimmung übergeben wurde es 1855.

Ursprünglich befand sich das Gebäude auf der östlichen Seite des Schlossplatzes (heute Kreuzung). In der zweiten Hälfte des 20. Jh. hat sich der Name Schlossplatz für den ehemals zwischen Schloss und Platz (Kreuzung) gelegenen Schlossgarten eingebürgert, dessen einstige Gestaltung heute nur noch in Umrissen erkennbar ist. Der Schlosspark war öffentlich zugänglich, wurde jedoch in den Abend- und Nachtstunden geschlossen. Die Funktion des Parkwächters hatte zugleich der Schlossgärtner inne. Sein Dienstgebäude stand und steht nördlich des Schlosses und ist heute ein privates Wohnhaus.

Aus dem Chausseehaus hat sich die Chausseehauskelle erhalten. Der Chausseehauswärter hielt die Kelle aus dem Fenster, der Straßennutzer legte die Gebühr hinein und erhielt das Billet (heute Vignette) zurück.