Museumsgeschichte

Das Regionalmuseum – mehr als 90 Jahre museale Arbeit für Stadt und Region

Bereits im ersten Jahrzehnt des 20. Jh. hatte es in Frankenhausen Ansätze gegeben, auf dem Gelände des Botanischen Gartens einen Ehrenhain nebst einer heimatkundlichen Ausstellung in der angrenzenden Gottesackerkirche einzurichten. Umgesetzt werden konnte die Einrichtung eines Museums erst nach Ende des Ersten Weltkrieges.

Frankenhausen, das seit 1339 zum Territorialbesitz des Hauses Schwarzburg gehörte, war seit einer letzten, umfassenden Landesteilung 1599 Nebenresidenz und Verwaltungssitz der so genannten „Schwarzburgischen Unterherrschaft Frankenhausen" der Grafschaft bzw. seit 1710 des Fürstentums Schwarzburg-Rudolstadt. Durch die Abdankung von Fürst Günther Viktor von Schwarzburg im November 1918 machte sich eine Regelung im Umgang mit dem daraus hervorgegangenen, historischen Erbe erforderlich. Am 15. März 1919 beschloss der Landtag des nunmehrigen Freistaates Schwarzburg-Rudolstadt die Errichtung der „Günther-Stiftung für die Unterherrschaft des Freistaates Schwarzburg-Rudolstadt". Zweck der Stiftung war u.a. „die dauernde Erhaltung von Baudenkmälern und Ruinen" sowie „die Pflege und Erhaltung von Altertümern und Kunstgegenständen aller Art, sei es in öffentlichen Sammlungen, sei es im Einzelbesitz von Gemeinden, Kirchen und anderen öffentlichen Körperschaften".

Den Vorsitz im Stiftungsrat führte jeweils der Landrat des Kreises Frankenhausen. Auf Grund des Vorschlages von Landrat Emil August Reinbrecht (1882 - 1929) fasste der Stiftungsvorstand am 03. Mai 1920 den Beschluss zur Gründung eines Museums. Diesem Vorschlag stimmte Frankenhausens Stadtrat am 19. Oktober 1920 zu. In Abwägung eines Museumsstandortes bestimmte Landrat Reinbrecht schließlich Schloss Frankenhausen als zukünftigen Sitz des Museums. Den Aufbau und die Leitung des Museums übertrug der Stiftungsvorstand Dr. Alfred Berg (1876 - 1945), Lehrer am damaligen Realprogymnasium Frankenhausen. Dem Stiftungszweck folgend, war das Museum nicht als Stadtmuseum, sondern als Heimatmuseum der Region ausgelegt, dass „die Pflege des geschichtlichen Sinnes bei den Bewohnern" fördern sollte. Eröffnet wurde das Heimatmuseum schließlich am 03. Mai 1922.

Große Verluste während des 2. Weltkriegs

Finanziell getragen wurden Schloss und Heimatmuseum zunächst vor allem durch die „Günther-Stiftung". Als diese unter die Aufsicht und Verwaltung des Landes Thüringen gelangte, ging das Heimatmuseum in das Eigentum des Landes über. Da jetzt der Zweck der Stiftung fast ausschließlich im Unterhalt des Schlosses gesehen wurde, erreichte Landrat Reinbrecht ab 1923 vom Kreistag die Gewährung eines jährlichen Zuschusses. Am 16. März 1928 stellte Bad Frankenhausens Stadtrat den Antrag, das Heimatmuseum aus dem Eigentum des Landes in das der Stadt zu überführen. Dem Ansinnen des Stadtrates kam das Thüringische Ministerium für Volksbildung und Justiz, Abteilung Volksbildung, nach und übertrug das Eigentum am Heimatmuseum am 25. April 1928 der Stadt Bad Frankenhausen.

Während der Schließungszeit im Zweiten Weltkrieg und der Einquartierung von Militär und Flüchtlingen erlitt das Museum zahlreiche Verluste in seinen Sammlungen. Ab 1946 bemühten sich Stadtverwaltung als auch ehrenamtliche Helfer um eine Wiederbelebung der Museumsarbeit. Nachdem die Museumsarbeit bisher ausnahmslos neben- oder ehrenamtlich vollbracht wurde, erhielt das Heimatmuseum ab 01. September 1953 erstmals eine hauptamtliche Leitung.

Anlässlich der Vorbereitung und Gestaltung des 450. Jahrestages der Schlacht bei Frankenhausen, einem der geschichtsträchtigsten Ereignisse des Deutschen Bauernkrieges 1525, wurde das Schloss umgebaut und das Museum als Kreisheimatmuseum des damaligen Kreises Artern völlig neu konzipiert. Am 15. Mai 1975 wurde es wieder eröffnet. Zusammen mit dem Schlosscafe war das Museum nun einziger Nutzer des Schlosses.

Seit der Bildung des Landkreises „Kyffhäuser" 1994 profilierte sich das Kreisheimatmuseum mehr und mehr als Regionalmuseum der Kyffhäuserlandschaft. Ab 1995 wurden die ausnahmslos aus dem Jahre 1975 stammenden Ausstellungen einer Neukonzeption unterzogen. Eine Neugestaltung erfuhren bislang die Ausstellungen zu Geologie, Naturkunde, Ur- und Frühgeschichte, der Entwicklung des Kur- und Badewesens und Bad Frankenhausens einst wichtigstem Wirtschaftszweig, der Knopfindustrie. Nach Abschluss der Arbeiten am neuen Risalit (2010) wurden auch die Ausstellungsbereiche zur Geschichte von Stadt und Region neu gestaltet.