J. G. F. Bischoff

Johann Georg Friedrich Bischoff, der Begründer der deutschen Musikfeste, wurde am 21. September 1780 in Ellrich geboren. Sein Vater, Friedrich August Bischoff, war Organist an der Kirche St. Johannis zu Ellrich. Ihm verdankte J.G.F. Bischoff seine erste musikalische Ausbildung. Eine Vertiefung seiner musikalischen Kenntnisse erfuhr er beim Konzertmeister Johann Ludwig Willing in Nordhausen, an dessen Konzerten er als Musiker teilnahm.

In den Jahren 1800 bis 1802 besuchte er die Universitäten in Jena und Leipzig, um Theologie zu studieren. Wahrscheinlich aus finanziellen Erwägungen unterbrach er sein Studium, um in Frankenhausens Nachbardorf Steinthaleben eine Stelle als Hauslehrer anzunehmen. Von hier aus bewarb er sich im Juni 1802 um die vakante und kombinierte Stelle des Kantors an der Unterkirche und des 5. Lehrers an der Fürstlichen Landesschule, die er nach erfolgreicher musikalischer Probe und, obwohl noch Student, auch erhielt.

Für vierzehn Jahre wurde Frankenhausen zu seiner Heimat. Hier heiratete er im Oktober 1802 seine Nordhäuser Jugendliebe Sophia Amalia Arnold, hier wurden seine Kinder geboren, hier ereilte ihn das schwerste Schicksal, der Unfalltod seines zweijährigen Sohnes, Joseph Louis, 1813.

Wenig Entgegenkommen seitens der Stadtväter

Bereits im Herbst 1802 begann er mit einer regen Konzerttätigkeit in- und außerhalb Frankenhausens, die 1810 in das erste deutsche Musikfest mündeten. Seine musikalischen Aktivitäten gingen über das den Frankenhäusern bisher Bekannte hinaus und fanden ihre Zuhörerschaft. Hinreichende Unterstützung in seinen musikalischen Unternehmungen fand er in der Familie des Stadtmusikus Gottlieb August Löscher.

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Grabstätte in Hildesheim
Foto: P. Zimmer

Während die Frankenhäuser Kantor Bischoffs Musikdarbietungen schätzen lernten, wiesen ihn Bürgermeister und Rat hinsichtlich weiterer finanzieller Förderungen zurück. Seine hieraus entstandene Verbitterung gab den Ausschlag, 1816 dem Ruf an das Königliche Gymnasium Andreanum in Hildesheim zu folgen. Von hier aus entfaltete Bischof nochmals ungeahnte, musikalische Aktivitäten. Ab 1817 veranstaltete er eine Reihe von Musikfesten in Hildesheim, Hannover und weiteren Orten. Am 7. September 1841 verstarb Kantor Bischoff in Hildesheim, wo er auch seine letzte Ruhestätte fand.