Krankenhaus

Das erste Krankenhaus in Frankenhausen

Durch intensives Studieren und genaues Verfolgen des Krankheitsverlaufes kam Dr. W. A. G. Manniske zur Erkenntnis, dass man den Genesungsprozess durch einen Krankenhausaufenthalt wesentlich verbessern könne.

„Ich bin nehmlich so gut wie jeder andere Arzt überzeugt, dass weit mehrere Kranke von einem jeden Stande geheilt werden könnten, wenn ihre Abwartung mit mehrerer Vorsicht und Genauigkeit besorgt würde, wenn nicht Aberglaube, Vorurtheile, Unwissenheit, unzeitige und unkluge Weissheit der Krankenwärter den Arzt an der Ausübung seines Heilungsgeschäftes hinderte."

Manniske reichte seine ausführlichen Vorschläge für die Gründung eines Krankenhauses dem Landesherrn, dem Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt mit der Bitte um Genehmigung am 31. Januar 1798 ein. Bereits am 5. März 1798 erfolgten die Antwort und die Bereitstellung eines jährlichen Zuschusses von 50 Talern.

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Krankenhaus in der Münze um 1920
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Westseite des Manniske-Krankenhauses heute (2015)
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Danksagung eines Patienten

Ich sage hiermit öffentlich meinen verbindlichen Dank dem Herrn Rath und D. Manniske für die großen Wohltaten, die Sie mir in meiner schweren Krankheit erzeigt haben. Schon vor 7 Jahren, da ich weder Arm noch Bein bewegen konnte; waren Sie mein Beistand, und suchten mir durch stärkende Arzeneyen Linderung und Erquickung zu verschaffen. Vielmehr für die große Liebe vor 3 Jahren, die Sie an mir bewiesen haben, und mir zu diesem edlen Bade verholfen, das ich wieder gehen gelernt habe.

Ja! jeder Schritt, den ich thue müsste Gott und Ihnen ein Dank sey. Auch sage ich meinen gehorsamsten Dank E. Wohllöbl. Bade-Direktion und Pfännerschaft, das Sie mir dieses Bad unentgeltlich gestattet haben.

Und ins besondere sage ich meinen gehorsamsten Dank dem Herrn Bornherrn Spangenberg für die Wohlthaten, die er mir dieses und voriges Jahr erzeigt hat. Gott wird Vergelter seyn! - Euch allen aber, die ihr gleich wie ich, arm und elend seyd, wünsche ich, das ihr so gut in dem edeln Bade aufgenommen werdet wie ich, und die . Hülfe; und Besserung zu Theil wird, wie mir, und rufe euch noch einen Trost in euren Leiden zu:

Ach! lernet Gott vertrauen,
die ihr in Nöthen seyd,
Denn an mir könnt ihr schauen
des Herren Gütigkeit;
Der kann' das Unglück wenden,
das euer Herz beschwert,
Und euch die Hülfe senden,
so wie ihr sie begehrt.

Bernhardt Heintze
aus Schlossheldrungen, logirt bei Frau
Stief vor dem Berge.