Vorchristliche Kulte

Die südlichen Ausläufer des Kyffhäusergebirges westlich von Bad Frankenhausen und nördlich der Straße Bad Frankenhausen – Rottleben sind durchzogen von Klüften, Spalten und Höhlen. Während der Jahre 1951 bis 1957 wurden die Höhlen- und Spaltenformationen durch Günter Behm-Blancke (1912 – 1994) vom Museum für Ur- und Frühgeschichte in Weimar eingehend erforscht. Seine Ausgrabungen werden von den Archäologen des Landesamtes für Archäologie und Denkmalpflege des Landes Thüringen zu den „Pionierleistungen der Höhlenarchäologie in Thüringen" gezählt.

Bereits für das Frühneolithikum, um 5000 v. Chr., lassen sich hier menschliche Spuren nachweisen. Seitens der Landesarchäologie des Freistaates Thüringen werden für die neolithische Nutzungsperiode der Höhlen zwar kultische Handlungen vermutet, sind jedoch nicht zu belegen.

Eindeutiger dagegen die Funde aus der frühen und mittleren Bronzezeit (ca. 1900 – 1300 v. Chr.). Der Fundzusammenhang lässt die Vermutung zu, dass es sich weniger um Siedlungsfunde handelt, als um solche Funde die mit kultischen Handlungen in einem Zusammenhang stehen. Eine der Spalten ließ zahlreiche menschliche Skelettreste zu Tage treten. Einige menschliche Skelettreste wiesen Schnitt- und Schlagspuren auf. Die gemachten Funde führten zu der Überlegung, dass es sich um ein Höhlenheiligtum handeln könnte, an dem Kulthandlungen durchgeführt wurden. Erhärtet werden die Überlegungen durch Funde in weiteren Höhlen. Endgültige Aussagen können jedoch erst getroffen werden, wenn die über 15000 menschlichen Skelettreste, die etwa 130 Menschen zugeordnet werden, eingehender und fachübergreifend (Anthropologen, Gerichtsmediziner usw.) untersucht wurden.

Im 2. Obergeschoss des Museums, in Raum 6, finden Sie eine anschauliche Darstellung der Gegebenheiten in der ständigen Ausstellung unseres Hauses.